Neurodermitis-Tipps
Symptome bei Neurodermitis
Quälender Juckreiz, gerötete und geschwollene Hautbereiche, aufgekratzte
Bläschen und trocknender Schorf - das sind die Kennzeichen der Neurodermitis,
bzw. des atopischen Ekzems. Das atopische Ekzem ist eine der häufigsten
Hauterkrankungen, von der vor allem Kinder, aber auch in steigendem Maße
Erwachsene betroffen sind. Die Zahl der Betroffenen ist in den letzten Jahren
stark gestiegen. Vorbeugung ist deshalb, neben der fachgerechten und medizinischen
Hilfe ein wichtiges Mittel, der Krankheit zu begegnen. Die Kontaktvermeidung
mit allergenen Stoffen ist äußerst wichtig für eine Linderung
der Beschwerden. Hier erhalten Sie Tipps für den Alltag.
Allgemeine Maßnahmen gegen Neurodermitis
Begleitend zu speziellen medikamentösen Behandlungen kann jeder an
Neurodermitis Erkrankte durch einige allgemeine Maßnahmen dazu beitragen,
die Erkrankung günstig zu beeinflussen. Zunächst sollte jeder
Betroffene herausfinden, welche Auslöser eine Verschlechterung oder
Verbesserung des Hautzustandes bewirken und sich entsprechend, soweit möglich,
danach richten. Oft hilft das Führen eines Tagebuchs die Auslöser
herauszufinden. Eine Heilung der Erkrankung durch eine ursächliche
Therapie ist nicht möglich. Zur Behandlung der Symptome stehen jedoch
wirkungsvolle Therapeutika wie Kortisonsalben oder sanfte Körperpflegeprodukte
zur Verfügung. Zahlreiche begleitende Therapiemaßnahmen können
zusätzlich zur deutlichen Besserung der Symptome beitragen.
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Richtige Kleidung hilft, Hautreizungen zu minimieren
Bereits bei der Auswahl der Kleidung muss auf das am besten vertragene Material
geachtet werden, beispielsweise reagiert die Haut vieler Betroffener auf
Wolle oder synthetische Fasern leicht gereizt, auf Baumwolle hingegen nicht.
Speziell für Kinder mit Neurodermitis stehen besondere Kleidungsstücke
zur Verfügung, z. B. so genannte Neurodermitis - Overalls. Diese sind
aus gut verträglichem Material gearbeitet und decken die Haut großflächig
ab. Dadurch wird sowohl das Aufkratzen der Haut vermieden, als auch das
Einwirken von Cremes unterstützt. Wichtig ist auch, Kleidung gut auszuwaschen,
um hautreizende Waschmittelrückstände zu vermeiden. Zur Vermeidung
von Hautreizungen durch Duftstoffe und Waschmittelchemie in der Kleidung
ist auch der Ökowaschball empfehlenswert. Verwendete Wasch- und Reinigungsmittel
sollten auf pflanzlicher Basis hergestellt und frei von chemischen Phosphaten,
Tensiden und Enzymen sein.
Die Neurodermitis zählt zu den Krankheiten, bei denen das Verhalten des Kranken eine entscheidende Rolle spielt. Hier einige hilfreiche Informationen:
Die
Haut benötigt tägliche, sorgfältige Pflege mit einer rückfettenden
Feuchtigkeitscreme
Meiden Sie Schafwollkleidung
- ideal ist Kleidung aus Baumwolle, Seide oder Leinen
Ausschließlich
gewaschene Kleidung getragen werden- Synthetikstoffe vermeiden
Sanfte Bio
Waschmittel auf Pflanzenbasis und keinen Weichspüler verwenden.
Wäsche vor
dem ersten Tragen 2x waschen. Flusensieb regelmässig reinigen. Wäsche
bügeln
Wäsche sollte
an der Luft, nicht im Trockner trocknen (schlechtere Schweißaufnahme)
Reinigen Sie
die Haut höchstens einmal täglich mit rückfettendem
Waschöl
Bett: Allergieneutrale
Bettwaren anschaffen und
Schlafzimmer immer gut lüften
Richten Sie Ihre
Wohnung Neurodermitis gerecht ein:
Teppichboden meiden, weniger Pflanzen
Schadstoffarme
Wohnungseinrichtung: glatte Böden, Biomöbel, auf Materialien
achten
Wohnung eher
kühl halten, nicht rauchen, keine zusätzlichen Haustiere anschaffen
Fingernägel
kurz halten, damit Sie sich beim Kratzen nicht unnötig stark verletzen
Brauner Sand
aus dem Sandkasten reizt die Kinderhaut sehr stark - vermeiden
Um Neugeborene bestmöglich vor einer Allergie zu schützen, ist
Muttermilch ein geeignetes Mittel. Es ist bewiesen, dass Stillen ohne
zusätzliches Zufüttern in den ersten sechs Lebensmonaten das
Auftreten von Allergien und atopischen Ekzemen verringern kann. Ist bei
einem Säugling bereits eine Allergie aufgetreten, sollte er allergenarme
Nahrung bekommen.
Nahrungsmittel bei Neurodermitis sorgfältig auswählen
Allgemeine Ernährungsempfehlungen, die pauschal auf alle Patienten
mit Neurodermitis zutreffen, gibt es nicht. Gut und weniger gut geeignete
Nahrungsmittel richten sich im Wesentlichen danach, ob bei dem einzelnen
Betroffenen eine zusätzliche Nahrungsmittelallergie vorliegt. Außerdem
reagieren einige Betroffene auf Nahrungsmittelzusatzstoffe, z. Bsp. Konservierungsstoffe,
Farbstoffe, Antioxidanzien mit einer Verschlechterung des Krankheitsbildes.
Man spricht dann eher von einer Nahrungsmittelunverträglichkeit.
Ausgewogene Ernährung und Sport bei Neurodermits
Eine ausgewogene, vollwertige und gesunde Ernährung und regelmäßige
Bewegung hat bei Gesunden wie auch bei Betroffenen mit Neurodermitis positive
Auswirkungen auf die allgemeine Gesundheit. Sie beeinflusst auch den Hautzustand
und das Immunsystem.
Geringe
Zufuhr von gesättigten Nahrungsfetten ("versteckt" beispielsweise
in Chips oder Fleisch)
Ausreichende
Zufuhr von mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Omega-3 und Omega-6)
Pflanzliche Fette
gegenüber tierischen Fetten bei Neurodermitis bevorzugen
Gut sind komplexe
Kohlenhydrate in der Nahrung (z. B. Vollkornbrot, Nudeln, Kartoffeln,
Reis)
Keine scharfe
Speisen, vorsichtig mit Gewürzen umgehen
Raffinierten
Zucker (Süßigkeiten) so gut als möglich meiden
Bei Neurodermitis
viel frisches Obst und Gemüse essen (Vorsicht bei Zitrusfrüchten)
Alkohol vermeiden
oder nur in geringen Mengen trinken (enthält auch viele Kalorien)
Regelmäßig
Sport und Bewegung. Spaziergang 3-mal pro Woche hat bereits positiven
Effekt
Allergene nach Möglichkeit meiden
Da bei vielen Neurodermitis Betroffenen Allergene eine wichtige Rolle für
Auslösung und Fortbestehen der Neurodermitis spielen, sind diese zu
meiden. Achten Sie auch bei Wasch- und Reinigungsmitteln auf verträgliche
Produkte und verzichten Sie auf Weichspüler.
Ärztliche Behandlungsmöglichkeiten
Die meisten Neurodermitis Schübe lassen sich durch äußerliche
Anwendung von Medikamenten in den Griff bekommen. Dabei werden häufig
folgende Substanzen eingesetzt:
Kortison
Kortisonsalbe wird seit Jahrzehnten zur Behandlung der atopischen Dermatitis
eingesetzt. Kortison unterdrückt die Überreaktion des Immunsystems
und führt so zum Rückgang der Entzündung. Dadurch wird die
Haut stabilisiert und der Juckreiz wird gelindert. Besonders bei langanhaltender
Therapie kann es jedoch zu einer Verdünnung (Atrophie) der Haut kommen.
Der Zeitraum einer Behandlung mit Kortisonsalben ist daher eingeschränkt.
Außerdem führt eine Dauertherapie mit Kortison zum Wirkungsverlust,
weshalb immer wieder Therapiepausen eingelegt werden müssen.
Zinkschüttelmixturen, Teere, Schieferöle
Es handelt sich hierbei um Salben oder Emulsionen, die bei bestehender Neurodermitis
auf die Haut aufgetragen werden. Bei richtiger Anwendung können sie
sehr wirkungsvoll die akute Entzündung hemmen. Allerdings besitzen
sie extreme kosmetische Nachteile, was ihre Verwendung im Alltag stark einschränkt.
Einnahme von Kortison, Cyclosporin A
Die innerliche Gabe von Kortison oder Cyclosporin A ist nur bei extrem schwerwiegenden
Verläufen angebracht und kann in den meisten Fällen vermieden
werden. Beide Substanzen dämpfen die überschießende Immunreaktion.
Antiallergika (Antihistaminika)
Antihistaminika hemmen die allergische Reaktion bei Neurodermitis.
Sie sind relativ nebenwirkungsarm und können zu einer Verbesserung
des Juckreizes führen.
Antimikrobielle Behandlung
Manchmal wird durch eine Besiedlung der Haut mit schädlichen Bakterien
oder Pilzen eine vorübergehende Behandlung bei Neurodermitis mit Antibiotika
nötig.
In Deutschland gibt es eine ganze Reihe von Selbsthilfegruppen, die sich regelmäßig zum Erfahrungsaustausch treffen und auch Beratungen anbieten. Adressen erfahren Sie hier:
Deutscher Neurodermitis Bund e.V.
Spaldingstraße 210
D-20097 Hamburg
Tel. 040-230810
Fax. 040-231008
Email: info@dnb-ev.de
www.dnb-ev.de
www.hautfreund.de