Kontaktallergie

Kontaktallergie / allergisches Kontaktekzem

Wann ist ein Arztbesuch anzuraten?
Unsere nachstehenden Informationen und Hinweise können bei schweren allergischen Reaktionen keinen Arztbesuch ersetzen und haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Vielmehr möchten wir hilfreiche Tipps im Umgang mit einer Kontaktallergie für den Alltag geben. Wenn sich die Beschwerden bei einem Ekzem nach zwei bis drei Tagen nicht bessern, sollte man zu einem Arzt gehen. Kinder sollten bei Verdacht so bald wie möglich von einem Arzt untersucht werden.

Definition Kontaktallergie

Wird eine allergische Reaktion durch die direkte Berührung eines Allergens mit der Haut ausgelöst, spricht man von einer Kontaktallergie. Eine Entzündungsreaktion entsteht lokal mit Rötung, Schwellung und Bläschen. Bei chronischen Ekzemen kann die Allergenwirkung am gesamten Körper auftreten. Ekzeme aufgrund einer Kontaktallergie sind die am häufigsten auftretenden Hautkrankheiten.

Allergie auf Hausstaubmilben Allergie auf Hausstaubmilben Allergie auf Hausstaubmilben Allergie auf Hausstaubmilben

Auslöser einer Kontaktallergie
Die Auslöser einer Kontaktallergie sind zahlreich. Häufig werden Kontaktekzeme durch Metalle wie Nickel und Kobalt, Chromatsalze, Duft- und Aromastoffe in Kosmetika, Haarfärbemittel mit Phenylendiamin, Konservierungsmittel, Gummihilfsstoffe, Salbengrundlagen (Wollfett) und Gerbstoffe. Auch sogenannte Epoxidharze (Lösungsmittel, Härter), Reinigungsmittel, Arzneimittel und Pflanzen (Ringelblumen, Arnika, Chrysantemen) können eine Kontaktallergie auslösen. Das weitaus häufigste Allergen ist Nickelsulfat, welches vor allem in Modeschmuck, aber auch in Kleidung und Kosmetikartikeln enthalten ist. Am zweihäufigsten lösen Duftstoffe aus Kerzen, Kosmetikartikeln und Nahrungsmitteln Kontaktallergien aus. Kontaktallergien zählen oft zu den so genannten Berufskrankheiten. Durch den häufigen Kontakt zu bestimmten Allergenen bildet sich eine Überempfindlichkeit gegenüber diesen aus.

Vorbeugende Maßnahmen bei Kontaktallergie:

Dem Ausbruch einer Kontaktallergie kann man auf verschiedenen Wegen vorbeugen. Für den Alltag empfehlen sich die nachfolgenden Maßnahmen, um die Haut sanft und schonend zu behandeln.

Den Kontakt mit dem Allergen konsequent vermeiden. Eventl. Arbeitsplatzwechsel!

Waschmittel auf pflanzlicher Basis verwenden, keine petrochemische Inhaltstoffe

Seifenfreie Waschlösungen (pH-Wert zwischen 5 und 6,5) und rückfettende Bäder verwenden

Nach jedem Waschvorgang den Hautschutzmantel durch rückfettende Öle, Salben wiederherstellen

Mit Reinigungsmitteln sparsam umgehen, keine aggressive Chemie verwenden

Komplett auf Desinfektionsmittel, Weichspüler und unnötige Duftstoffe verzichten

Statt Seife oder Schaumbäder neutrale Waschcremes oder Ölbäder verwenden

Keine Parfüms oder zuviel Kosmetika auftragen. Ausnahme: Sonnenschutzmittel

Allergiegetestete Hautpflegeprodukte eignen sich gut für trockene, empfindliche Haut

Starkes Schwitzen reizt Hautstellen mit Ekzemen zusätzlich

Luftdurchlässige Kleidung aus Naturfasern wie Baumwolle kann der Schweißbildung vorbeugen

Beim Umgang mit hautreizenden Stoffen geeignete Schutzhandschuhe tragen

Neue Kleidungsstücke sollten vor dem ersten Tragen immer gewaschen werden

Kontakt mit Tierhaaren meiden

Aufenthalt in einer rauchfreien Umgebung wählen

Wolle nicht direkt auf der Haut tragen

Bettbezüge mit niedriger Hausstaubmilbenkonzentration benutzen

Um Neugeborene bestmöglich vor einer Allergie zu schützen, ist Muttermilch ein geeignetes Mittel. Es ist bewiesen, dass Stillen ohne zusätzliches Zufüttern in den ersten sechs Lebensmonaten das Auftreten von Allergien und atopischen Ekzemen verringern kann. Ist bei einem Säugling bereits eine Allergie aufgetreten, sollte er allergenarme Nahrung bekommen.


Symptome einer Kontaktallergie
Bei einer Kontaktallergie handelt es sich um eine Entzündung der oberen Hautschichten, die in unterschiedlichen Ausprägungen auftreten kann. Das allergische Kontaktekzem ist eine Spätreaktion vom Typ IV, die durch T-Lymphozyten vermittelt wird. Es bildet sich erst 24 bis 72 Stunden nach dem Kontakt mit dem Allergen aus. Bei der akuten Kontaktallergie, die durch intensiven Kontakt mit dem Allergen ausgelöst wird, entsteht eine meist unscharf begrenzte, stark ausgeprägte Rötung der Haut mit wassergefüllten Bläschen, die sich öffnen und großflächig nässen können. Meist tritt ein starker Juckreiz auf, wodurch zusätzliche Schäden durch Aufkratzen der Haut verursacht werden können. Wirkt eine geringere Allergenmenge über eine längere Zeit auf die Haut, kommt es zur subakuten Kontaktallergie, die neben einer juckenden und nässenden Rötung auch zu einem gröberen Hautbild und einer Entstehung von Hautschuppen führt. Bei ständigem Kontakt mit einer geringen Allergenmenge wird eine chronische Kontaktallergie ausgelöst. Diese ist durch ein trockenes Ekzem mit einem ausgeprägt groben Hautbild und starker Hautschuppung gekennzeichnet. Das Ekzem kann auch über den Bereich der direkten Allergenwirkung weit hinausgehen und sogar an ganz anderen Körperstellen auftreten.

Diagnose der Kontaktallergie
Das wichtigste diagnostische Verfahren zum Nachweis eines Allergens, welche eine Kontaktallergie verursacht, ist der Epikutantest. Bei diesem werden Pflaster mit der Testsubstanz beträufelt und auf Rücken oder Oberarm geklebt. In der Regel werden dabei gleichzeitig mehrere Allergene getestet. Nach 24 Stunden werden die Pflaster abgenommen und die Hautreaktionen zusätzlich nach 48 und 72 Stunden abgelesen.

Therapie
Die wichtigste Grundlage zur Behandlung einer Kontaktallergie ist die Vermeidung des Allergens. Sind bereits Symptome aufgetreten, werden diese in erster Linie mit Glukokortikoiden oder Antihistaminika in Form von Salben oder Cremes behandelt. Diese sorgen für ein schnelles Verschwinden des Juckreizes und einer Abheilung der Haut. Bei chronischen Ekzemen ist eine zusätzliche Pflege der Haut nötig, um die gestörte Barrierefunktion wiederherzustellen.Um die Ursachen einer Kontaktallergie, d.h. die Überempfindlichkeit gegenüber einem Allergen, zu bekämpfen, kann auch eine so genannte Hyposensibilisierung durchgeführt werden.

Verlauf einer Kontaktallergie
In der Regel heilt ein allergisches Kontaktekzem wieder vollständig ab, ohne Spuren auf der Haut zu hinterlassen.

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